Seit 1969 Mitglied des Städtischen Blasorchesters Backnang
Bernhard Fritscher beim Adventskonzert zum Ehrenmitglied ernannt
Mehr als fünfzig Jahre spielte der Musiker im Städtischen Blasorchester Backnang mit. 1969 trat Bernhard Fritscher in die Stadtkapelle Backnang ein, wie das Ensemble damals hieß. Damals war er elf Jahre alt und nahm Klarinettenunterricht bei Fritz Neher. Dass er sogar während seiner achtzehnmonatigen Ausbildung bei der Bereitschaftspolizei Göppingen alle zwei Wochen nach Backnang zur Probe fuhr, das war einer der Punkte, die Oberbürgermeister Maximilian Friedrich hervorhob, als der Klarinettist am 6. Dezember beim Adventskonzert in der Stiftskirche für außergewöhnliche Verdienste zum Ehrenmitglied des Städtischen Blasorchesters ernannt wurde. „Diese Verbundenheit ist bemerkenswert,“ lobte das Stadtoberhaupt. Er sei dem Blasorchester mit außergewöhnlicher Treue und mit tiefster Leidenschaft verbunden. Maximilian Friedrich überreichte die von ihm und Orchesterpräsident Thomas Kirschbaum unterzeichnete Urkunde. Außerdem gab es einen Markgrafensekt.
Beim Städtischen Blasorchester spielte Fritscher bis Ende der 1980er-Jahre B-Klarinette, dann wechselte er zur Bassklarinette. Außerdem probierte er um 2006 den schottischen Dudelsack aus und übte damit. Damit erreichte er eine große Virtuosität. Das führte bei einer Konzertreise des Städtischen Blasorchesters in die englische Partnerstadt Chelmsford zu einem bemerkenswerten Auftritt. In der dortigen Kathedrale spielte er „Highland Cathedral“ auf dem Dudelsack. Überhaupt hat er an die Reisen in die Partnerstädte gute Erinnerungen; auch an die französische Partnerstadt Annonay. Zu den stimmungsvollen Auftritten gehört für ihn der große Zapfenstreich zum Abschluss eines jeden Straßenfests mit dem Trompetensolo vom Stadtturm.
Fritscher spielte auch noch in weiteren Backnanger Formationen. Ab etwa 2005 spielte er für etwas mehr als zehn Jahre im Musikzug der TSG B-Klarinette und Altsaxofon sowie beim Musikverein Sachsenweiler Tenor- und Baritonsaxofon. Im Städtischen Blasorchester fungierte er mehr als zehn Jahre als Inventarverwalter.
Inzwischen ist Bernhard Fritscher 67 Jahre alt. Das aktive Spielen im Orchester musste er inzwischen aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Mit der Ernennung zum Ehrenmitglied bleibt er dem Städtischen Blasorchester weiterhin verbunden. So äußerte er sich selbst: „Nachdem ich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr selbst musizieren kann, freue ich mich sehr darüber, dass ich auf diesem Weg weiterhin Mitglied des Orchesters sein darf.“
Das von Paul Jacot geleitete und von Thomas Kirschbaum moderierte Adventskonzert des Städtischen Blasorchesters in der Backnanger Stiftskirche war großen Werken der sinfonischen Blasmusik gewidmet. Da blieb die Bläseradaption des Chorals „Jesu bleibet meine Freude“ aus Johann Sebastian Bachs Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben“ geradezu bescheiden. Dagegen trumpfte die 1909 entstandene Erste Suite in Es (First Suite in E-flat for Military Band) des englischen Komponisten Gustav Holst mächtig auf. Das war auch bei den folgenden Stücken der Fall: bei „Twin Port Overture“ der Fall, in die der 1954 geborene US-amerikanische Komponist Mark Camphouse die festliche Melodie des Lieds „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“ eingebaut hat, und „Canterbury Chorale“ des belgischen Komponist Jan van der Roost. In „Crossbreed“ verwandte der Komponist Thiemo Kraas das Marienlied „Segne Du Maria“ zur Charakterisierung der Stadt Ellwangen, für deren 1250jähriges Jubiläum er das Stück komponierte.
Redaktion backnang.online | Klaus J. Loderer