Die Weihnachtsgeschichte
Backnang Weihnachten 2025Â
Die Weihnachtsgeschichte erzählt natürlich nicht den Kindergeburtstag Jesu und wir feiern an Weihnachten auch keinen Geburtstag. Es gab auch keine bösen Wirte damals in Betlehem, wenigstens nicht in der Weihnachtsgeschichte.
Wir feiern, dass Gott sich auf den Menschen ganz und gar eingelassen hat und ihn nicht von oben herab behandelt, – wie normale Herrscher, damals wie heute, – sondern ihn ernst nimmt und Wert schätzt.
Es geht auch nicht um singende Engel, sondern die Engel sind Bilder fĂĽr Gottes DA-Sein.
Eindrücklich verstanden habe ich das einmal durch Professor Alvarez Valdes, dessen Gedanken und Erkenntnisse Dr. Wolfgang Gramer, pensionierter Pfarrer in Bietigheim, aus seiner Zeit in Argentinien mitgebracht hat, – und zum andern durch die  Auseinandersetzung mit dem ersten Kapitel des Johannesevangeliums, dem sogenannten Prolog.
Alvarez Valdes erklärt, dass das griechische Wort „Katalyma” in den meisten Übersetzungen mit Herberge übersetzt wird. Herberge gehört aber zu dem griechischen Wort „Panteleion”, das so auch im Gleichnis vom
barmherzigen Samariter vorkommt. „Katalyma” kommt in der Abendmahlsszene vor und meint den Nebenraum. Die einfachen Häuser hatte damals gewöhnlich zwei Räume: einen fĂĽr die Familie wo gekocht, geschlafen und gelebt wurde und den Nebenraum fĂĽr Gäste und wenn jemand aus der Familie krank war oder ein Kind geboren wurde, weil ja dann die Personen kultisch unrein waren und die BerĂĽhrung mit ihnen auch zur Unreinheit gefĂĽhrt hätte.Â
Umgeschrieben heißt das Weihnachtsevangelium: Weil im Nebenraum kein Platz war, – weil Josef mit seiner schwangeren Maria den andern Gästen im Haus Platz machen und niemand kultisch unrein machen wollte, – sind die beiden vor die Stadt, und haben das Kind in einer Höhle zur Welt gebracht. Solche Höhlen gibt es bis heute rund um Betlehem. Die Aussage also: Gott macht dem Menschen Platz! Gott nimmt den Menschen wichtig und ernst. Unser Leben ist Gott wichtig. Wir sind die Geliebten Gottes.
Das Zweite: Im Johannesprolog ist die Herrlichkeit Gottes eben nicht Gloria, Engelgesang, schöne Musik, Lametta und schöne Wohnungen, sondern die Gnade und Wahrheit, die Gott schenkt und ist, seine Zuwendung, sein den Menschen in seine Liebe Hereinnehmen.
Quelle: Katholische Kirchengemeinde Backnang | Pfarrer Wolfgang Beck