Wasserstoff erleben, Bildung entdecken, Zukunft gestalten
Großer Andrang beim Informationstag des Beruflichen Schulzentrums Backnang
Es war ein umtriebiger Samstag am Beruflichen Schulzentrum in Backnang. Die Gewerbliche Schule mit dem Technischen Gymnasium, die Eduard-Breuninger-Schule mit den kaufmännischen Bereichen und die Anna-Haag-Schule mit den Bereichen Soziales, Ernährung und Gesundheit hatten für den 31. Januar 2026 zum Informationstag eingeladen. Das Motto war: Wasserstoff erleben, Bildung entdecken, Zukunft gestalten.
Besonders freute sich Oberstudiendirektorin Dr. Isolde Fleuchaus, die Schulleiterin der Gewerblichen Schule, über den guten Besuch im HyLab (Hydrogen Learning Center). Auf diesen gläsernen Pavillon vor dem Eingang zur gewerblichen Schule ist sie besonders stolz. 2024 wurde der Informationsraum zum Thema Wasserstoff eröffnet. Nun war er den ganzen Vormittag gut besucht. Viele Menschen probierten die interessant gemachte Didaktik aus.
Im Erdgeschossbereich des Kreisberufsschulzentrums waren viele Informationsstände zu den unterschiedlichen Schularten, Abschlussmöglichkeiten, Lernzielen und zu den Fächern aufgebaut. Da gab es viele Sachen zu entdecken. Lehrer und Schüler präsentierten die verschiedenen Fächer.
Die Karl Kuli AG
In der Gewerblichen Schule machten auch Firmen Werbung für Ausbildungsberufe. Besuchbar waren auch die Werkstätten. Andrang herrschte bei den Fachinformatikern, einer dreijährigen dualen Ausbildung. Das Thema KI faszinierte die Besucher hier besonders. Für die Ausbildung wurde hier eine Übungsfirma erfunden, die Karl Kuli AG. Peter Faber erläutert den Unterrichtsraum und die didaktische Idee. Mitten im Raum steht eine hochmoderne Anlage, an der Kugelschreiber produziert werden. Es geht eigentlich nicht um die Herstellung von Kugelschreibern. Aber hier kann man anschaulich zeigen, wie Industrie 4.0 funktioniert. Zuerst geht Peter Faber auf den Nutzen und die Tücken der sogenannten Künstlichen Intelligenz ein. Dazu hat er ein geschlossenes Computersystem eingerichtet, auf dem ein KI-Programm läuft, das aber nicht auf das Internet zurückgreifen kann, sondern nur die gespeicherten Daten hat. So erläutert er seinen Schülern, wie KI funktioniert und wie man zu sinnvollen Ergebnissen kommt. Er zeigt auch den Energieverbrauch. Er lässt den Computer arbeiten und schon schnellt der Stromverbrauch hoch. An der Fertigungsmaschine für Kugelschreiber geht es dann darum zu zeigen, wie Informationen in den Fertigungsprozess gelangen. In diesem Fall steuert das Produkt im Prozess das System. Die Besucher dürfen dann auch selbst einen Kugelschreiber herstellen. Sie lassen sich vom System steuern. Am Ende kommt dann ein Kugelschreiber mit individueller Gravur heraus. Doch die künftigen Fachinformatiker sollen nicht nur Produktionswege lernen. In der Übungsfirma geht es auch um Kalkulation. Faber fragt: „Was würde dieser Kugelschreiber jetzt kosten?“ Viel zu niedrige Vorschläge kommen. „Mehr als 300 Euro!“ Man muss eben den Preis für die Maschine mit einberechnen. Daraus können die Schüler lernen, dass es auf die Stückzahlen ankommt. Es geht um Vermarktung. Voller Stolz zeigt er einen von Schülern erstellten Werbefilm. In einer Vitrine dreht sich ein schon fertiger Kugelschreiber. Er schwebt. Dieses Präsentationsobjekt haben ebenfalls Schüler erarbeitet. Es sei im Rahmen eines von der Firma RIVA ausgelobten Wettbewerbs entstanden und habe natürlich einen Preis erhalten. „Jetzt fehlt nur noch der Schritt, wie das Produkt aus der Werkstatt, die die einzelnen Teile herstellt, zur Fertigungsmaschine kommt. Dazu verlaufen im Gebäude schon Spuren, auf denen autonom fahrende Fahrzeuge Kisten transportieren können. Und der Roboter, der die Objekte dann aus den Kisten herausgreift und in die Fertigungsstraße bringt, steht schon bereit.
Gestaltungsbereiche
Rolf Huber, von seiner Ausbildung her Architekt, unterrichtet am Technischen Gymnasium die gestalterischen Bereiche, etwa im Profilfach Gestaltungs- und Medientechnik. Bei ihm geht es um Freihandzeichnen, CAD und 3D-Druck. An einem Informationstisch hat er kleine Objekte ausgestellt, zum Beispiel einen Klebstreifenabroller aus Beton. Auch Designgeschichte mit den Epochen der handwerklichen und frühindustriellen Gestaltunggehört zu seinen Fächern. Von Rolf Huber stammt auch eine große Fotocollage, die im Treppenhaus mit wechselnden Motiven die Jahreszeiten zeigt.
Schulleiterin Fleuchaus war den ganzen Vormittag in Gespräche vertieft. Später erzählte sie stolz: „Ich konnte heute viele Jugendliche informieren und viele Eltern beraten.“ Auch die zahlreichen Vorträge waren gut besucht.
Auch für das leibliche Wohl war gesorgt. An verschiedenen Stellen konnten die Gäste etwas essen. Im Hof brutzelten Würstchen. Adrian Peller, der sonst im Metallbereich Fertigungstechnik unterrichtet, betätigte sich als Grillmeister: „350 Würste haben die angehenden Metzger am Vortag gemacht.“
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Gewerbliche Schule Backnang
Förderverein Gewerbliche Schule Backnang
Redaktion backnang.online | Klaus J. Loderer