Industrie – Technik | Chronik der 1930er-Jahre
1930er-Jahre in Backnang – Teil 4
Die Weltwirtschaftskrise mit ihren verheerenden Auswirkungen konnte den Aufschwung der Backnanger Industrieunternehmen nur vorübergehend einbremsen. Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg waren 5.200 Menschen in den gewerblichen und industriellen Betrieben in Backnang beschäftigt, davon allein 1.700 in den Lederfabriken, 1.645 in der Spinnerei Adolff und 550 beim Fahrzeug- und Motorenbauer Kaelble – das heißt, über 75 % aller zu der Zeit in Backnang Beschäftigten waren in diesen drei Leitindustrien tätig. Damit hatte sich Backnang als wichtige Industriestadt etabliert und die Produkte der aufgezählten Leitindustrien gingen in die ganze Welt. Kaelble zeigte sich dabei als Unternehmen, das vor allem im Bereich der Zugmaschinen innovative Neuentwicklungen auf den Markt brachte. Die Entwicklung von immer leistungsstärkeren Zugmaschinen mündete 1937 sogar in einen Weltrekord: Es entstand bei Kaelble die erste Dieselzugmaschine mit 180 PS (nach einem Umbau 1940 sogar 200 PS).
Diese Zugmaschine bekam den Namen „Jumbo“ und wurde in US-amerikanischen Fachblättern als „biggest tractor of the world“ gefeiert. Die selbst entwickelten Dieselmotoren wurden auch noch in andere Fahrzeugtypen eingebaut, beispielsweise in fahrbare Bandsägen, die dann durchs Land reisten, um bei der
Bevölkerung das Holz zu sägen.
1932 Eröffnung städtisches Altenheim „Bürgerheim“
1934 Einrichtung Nationalpolitische Erziehungsanstalt im Seminar
1935 Freilegung Fachwerk am Stadtturm
1936 Baubeginn der Sachsenweilersiedlung
1937 Bau der Robert-Kaess-Siedlung
1938 Eröffnung Murrtal-Viadukt (viertgrößte Eisenbetonbrücke Deutschlands)
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